Sie haben erheblich zugenommen, die „Nicht-Sätze“ an allen Verkaufstheken und Wänden. Unser Gehirn wird ständig darauf hingewiesen was wir nicht dürfen und damit werden als erstes die negativen Gedanken angeregt. Das Leserhirn braucht länger, um negative Aussagen zu verarbeiten, da es die Negation ins Positive umwandeln muss. Schlussendlich bleibt nur das, was wir nicht dürfen, in Erinnerung. Wie zum Beispiel: Schauen Sie jetzt nicht aus dem Fenster. Na, schon rausgeschaut?

Verneinungen werden durch die Negationswörter wie nicht, kein, weder...noch, nichts oder niemand hervorgerufen. Die Vorsilben un-, a-, des-, in-, ir- oder miss- und die Nachsilben -los, lassen ein Wort in einem negativen Licht erscheinen. Unser Hirn tanzt beim Lesen der negativen Verben wie unterlassen, vermeiden, absehen oder fernhalten, so richtig im schwarzen Bereich.

Hier einige „Tun sie nicht-Beispiele“ aus unserem Alltag:

Bitte Abstand halten, so schützen Sie nicht nur sich, sondern auch alle anderen.

Bitte halten Sie Abstand, so schützen Sie sich und alle anderen.

Es ist untersagt, hier zu parkieren.

Bitte parkieren Sie auf den vorgesehenen Besucherparkplätzen

Nach der Behandlung haben Sie keine Schlafstörungen mehr.

Sie werden nach der Behandlung wieder ruhige Nächte verbringen.

Aber es geht noch besser. Die doppelte Verneinung lässt jeden Hoffnungsschimmer auf einen positiven Gedanken im Keim ersticken:

Die Aussage ist nicht unklar, aber trotzdem haben wir keine Lösung für dieses Problem.

Trotz der klaren Aussage, suchen wir nach einer geeigneten Lösung.

Wer mit kreativer Begeisterung schreibt, erweckt einen positiven Eindruck. Wer mit miserablen Wörtern einen langweiligen Text verfasst, frustriert den Leser. Hier steht zwischen dem Positiven und dem Negativen nur ein Satzzeichen.

Es gibt eine Reihe von negativ behafteten Wörtern, lassen wir diese da wo sie hingehören, im Duden niedergeschrieben. Unsere Leser möchten lieber bejahende Aussagen lesen. Sollte sich doch mal eine negative Aussage in einen Text schleichen, lohnt es sich nach einer positiven Formulierung zu suchen. Der Leser versteht schneller um was es geht (und muss nicht lange überlegen).